Jungfrauschaft, die


Jungfrauschaft, die

Die Jungfrauschaft, plur. inus. in der vertraulichsten Sprechart zusammen gezogen die Jungferschaft, die Eigenschaft einer Person weiblichen Geschlechtes, nach welcher sie noch keiner männlichen Person beygewohnet hat. So wohl eigentlich. Die Jungfrauschaft unverletzt erhalten, verlieren. Die Jungfrauschaft mit in das Grab nehmen. Die Jungfrauschaft von einer Person bekommen, sagt man von einer Mannsperson, wenn sie einer weiblichen zum ersten Mahle beywohnet, wo von mehrern solchen Fällen auch wohl der Plural gebraucht wird. Als auch figürlich, der unverletzte Zustand eines Dinges, die Eigenschaft desselben, nach welcher es noch nicht gebraucht worden; doch nur im gemeinen Leben, wo man von einem Dinge, welches man zum ersten Mahle gebraucht, sagt, daß man ihm die Jungferschaft nehme.

Im Nieders. Jumferschup. Ottfried brauchte dafür Thiarnaduam, von Dirne, andere in spätern Zeiten aber Magdthum.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Jungfrauschaft — 1. Auf die Jungfrauschaft kann man keine Semmel borgen. – Eiselein, 354. 2. Die Jungfrauschaft ist ehrenwerth, doch nimm fürlieb, was Gott beschert. 3. Die Jungfrawschafft ist vnwiderkeufflich. – Petri, II, 133. Dän.: Mødom, ord og tid kommer ey… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Jungfrauschaft — Jungfrauschaft, der geschlechtliche Zustand eines weiblichen Wesens vor Vollzug des Beischlafs (Jungfrau). Als Kennzeichen der J. gelten: volle, derbe und dicht aneinander schließende große (äußere) und rosig gefärbte, von den großen ganz… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Jungfrauschaft — Jụng|frau|schaft, die <o. Pl.> (veraltet): ↑Jungfräulichkeit (1) …   Universal-Lexikon

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  • Morgengabe, die — Die Morgengabe, plur. die n, dasjenige Geschenk, welches der Ehemann den nächsten Morgen oder Tag nach der Vermählung seiner neuen Gattinn zu machen pflegt, und welches jetzt nur noch unter dem hohen Adel gebräuchlich ist, ehedem aber auch unter… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Ding — 1. Acht Dinge bringen in die Wirthschaft Weh: Theater, Putzsucht, Ball und Thee, Cigarren, Pfeife, Bierglas und Kaffee. 2. Acht Dinge haben von Natur Feindschaft gegeneinander: der Bauer und der Wolf, Katze und Maus, Habicht und Taube, Storch und …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Hieronymus, S. (4) — 4S. Hieronymus, Presb. Conf. et Eccl. Doct. (30. Sept. al. 9. Mai). Der hl. Hieronymus, oder, wie sein Name vollständig lautet, Eusebius Hieronymus Sophronius, der gelehrteste und geistvollste unter den Kirchenvätern des Abendlandes, Vater der… …   Vollständiges Heiligen-Lexikon

  • Sibyllae — SIBYLLAE, arum, Gr. Σίβυλλαι, ων. 1 §. Namen. Solchen wollen einige, wiewohl sehr gezwungen, aus dem ebräischen Kibbel, er hat empfangen, herholen, weil diese Frauenspersonen ihre Wissenschaft des Zukünftigen von Gotte empfangen hätten. Neander… …   Gründliches mythologisches Lexikon