Kummer (1), der

Kummer (1), der

1. * Der Kummer, des -s, plur. inus. ein nur noch im Oberdeutschen übliches Wort, einen Schutthaufen, Steinhaufen, ingleichen einen jeden Schutt, oder Abgang an Steinen und Bau-Materialien zu bezeichnen. Den Kummer wegschaffen. Eine Stadt in Kummer legen, sie in einen Steinhaufen verwandeln. Im Ital. Ingombro, im Franz. Decombres, im Schwed. Kummel. In weiterer Bedeutung war Combri und Cumbri ehedem im mittlern Lat. ein Verhau im Walde, ein Haufen gefälleter Bäume. Es gehöret zu dem Geschlechte der Wörter Hümpel, ein Hügel, 3. Kamm, eine Erhöhung, ein Hügel, eine Hervorragung, und den daselbst angeführten Geschlechtsverwandten, worunter sich auch das Lat. Cumulus befindet, dem sich das Schwed. Kummel noch mehr nähert.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Kummer (3), der — 3. Der Kummer, des s, plur. inus. 1. * Eigentlich, das laute Stöhnen, Ächzen, Wimmern und Jammern; eine veraltete Bedeutung, in welcher dieses Wort noch 1 Chron. 4, 9 vorzukommen scheinet: ich hab ihn mit Kummer gebohren. 2. In figürlichem… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Kummer (2), der — 2. * Der Kummer, des s, plur. inus. ein in dem gemeinen Hochdeutschen Sprachgebrauche gleichfalls veraltetes Wort. Es bedeutete: 1) Ergreifung, Bemächtigung, Einnahme. Eine Stadt bekümmern, einnehmen, in einer alten Bibel Übersetzung von 1483 bey …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Kummer — (m.) beschreibt einen anhaltenden seelischen Schmerz oder (veraltend) Gram (siehe auch: Sorge). Kummer (f.) (vgl. auch Gummer) ist darüber hinaus in Frankfurt am Main die Bezeichnung für eine kurze Gurkenart. Kummer ist ferner der Name eines… …   Deutsch Wikipedia

  • Kummer — 1. All Kummer is Wenst. (Eiderstädt.) – Reiseskizzen von O. Glagau in der Nationalzeitung (Berlin 1865). Gewohnheit macht alles leicht. 2. Alten Kummer soll man nicht wieder aufwecken. Dän.: Lad din forgangne fortraed ei forvolde dig en ny. (Prov …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Kummer — Trauer; Gram; Verzweiflung; Leid; Sorge; Leiden * * * Kum|mer [ kʊmɐ], der; s: durch eine akute Sorge, verbunden mit Befürchtungen in Bezug auf die Zukunft, hervorgerufener traurig niedergedrückter Gemütszustand: mit jmdm. [großen] Kummer haben;… …   Universal-Lexikon

  • Der Kanon — (oder präziser: Marcel Reich Ranickis Kanon) ist eine Anthologie herausragender Werke der deutschsprachigen Literatur. Der Literaturkritiker Marcel Reich Ranicki kündigte sie am 18. Juni 2001 im Nachrichtenmagazin Der Spiegel an,[1] unter dem… …   Deutsch Wikipedia

  • Kummer [2] — Kummer, 1) Friedrich August, Violoncellist und Komponist, geb. 5. Aug. 1797 in Meiningen, gest. 22. Mai 1879 in Dresden, war Schüler Dotzauers, gehörte seit 1814 als Oboist, seit 1817 als Violoncellist der königlichen Kapelle in Dresden an und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kummer — Sm std. (13. Jh.), mhd. kumber, kummer (auch Belastung, Beschlagnahme u.a. ), daneben (so noch wndd. und md.) Schutt Entlehnung. Die konkrete Bedeutung ist entlehnt aus vor rom. comberos Zusammengetragenes , die seelische Bedeutung aus der… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kummer — der Kummer (Mittelstufe) seelische Bedrückung Synonyme: Schmerz, Trübsal (geh.), Kümmernis (geh.), Herzeleid (geh.) Beispiel: Sie hat ihren Kummer bei ihrer Freundin ausgeweint. Kollokation: jmdm. Kummer bereiten …   Extremes Deutsch

  • Kummer [1] — Kummer, lähmender (asthenischer) Affekt, der sich in der Regel infolge getäuschter Erwartungen, aussichtslosen Kampfes mit äußern Hindernissen, Verlustes unersetzbarer Güter etc. einstellt und häufig in einen Zustand dauernder Depression des… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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