Anreitzen


Anreitzen

Anreitzen, verb. reg. act. zu etwas reitzen, zu einem starken Grade der Thätigkeit bestimmen. Eines Begierde anreitzen. Einen durch sein Beyspiel zur Tugend anreitzen. Besonders zum Bösen reitzen. Einen zum Aufruhre, zum Zorne anreitzen. Daher die Anreitzung, so wohl von der Handlung des Anreitzens, als auch von derjenigen Sache, welche zur Reitzung dienet.

Anm. Anregen, anmahnen, anreitzen, anspornen, antreiben, sind bloß nach dem Grade der Stärke der gebrauchten Bewegungsgründe verschieden. Die gemeinen Mundarten haben eine Menge anderer Wörter, die Bewegung zu einer Handlung nach allen Schattirungen der Stärke und Schwäche auszudrücken. Zum Beyspiele mögen das Nieders. schüren, anschüren, purren, anpurren, puttern, anputtern, proien, anproien, anspuden, antobbern, anharden, und das Oberdeutsche anstören, anstirlen, stupfen, weigeln, fretten, anschirgen, und das bey beyden übliche schunden, schünden, und anschünden dienen, von welchem alten Worte Schilters Gloss. v. Scundan, und Ihre Gloss. v. Skynda und Tillskyndan nachgesehen werden können.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Anfrischen — Ánfrḯschen, verb. reg. act. frisch machen, nach Maßgebung der verschiedenen Bedeutungen des Wortes frisch. 1) Frisches zu dem andern thun, in einigen besondern Fällen. So sagt man, den Wein anfrischen, wenn man zu dem in einem Glase befindlichen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Anspornen — Anspornen, verb. reg. act. mit den Spornen antreiben. Ein Pferd anspornen. Figürlich, in einem hohen Grade anreitzen. Die Ehre spornet edle Gemüther zu großen Thaten an. Dieses Vorurtheil spornet unsere Begierden an. Zu wenig spornt für ihres… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Anstören — † Anstören, verb. reg. act. von stören, stochern, so nur in den gemeinen Sprecharten für anreitzen, anstiften üblich ist. Einen zu etwas anstören. Engl. to stir. S. Stören …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Anstiften — Anstiften, verb. reg. act. 1) Von stiften, bauen, in der figürlichen Bedeutung, für veranstalten, der Urheber von etwas seyn, doch alle Mahl mit dem Nebenbegriffe der bösen Absicht. Er stiftet allezeit etwas Böses an. Was hast du wieder… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Aufrücken — Aufrücken, verb. reg. act. 1) In die Höhe rücken, herauf oder hinauf rücken. Den Schleifhamen aufrücken, bey den Fischern, ihn in die Höhe ziehen. Den Acker aufrücken, in der Landwirthschaft, ihn in der Mitte des Rückens erhöhen, welches in… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Aufwiegeln — Aufwiegeln, verb. reg. act. welches das Frequentativum von aufwiegen ist, aber nur in der figürlichen Bedeutung für aufhetzen, verhetzen, besonders zum Aufstande verleiten, gebraucht wird. Einen wider den andern aufwiegeln. Das Volk wider die… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Beitzen — Beitzen, verb. reg. welches auf eine dreyfache Art üblich ist. I. * Als ein Activum, für beißen, auf welche Art dieses Wort doch ehedem gebräuchlicher war, als jetzt. S. Beißen, wo aus dem Ottfried und Notker angeführet worden, daß peizen, pizzen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Hetzen — Hêtzen, verb. reg. so wohl eilen als eilen machen, die Bewegung einer Person oder Sache beschleunigen, in welcher weitesten und eigentlichen Bedeutung es aber großen Theils veraltet ist. Es ist, I. Ein Neutrum, welches vermuthlich das Hülfswort… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schande, die — Die Schande, plur. inus. ein Wort, welches vermittelst der Ableitungssylbe de von einem veralteten Zeitworte schanen, schenen u.s.f. abstammet, welches uns noch eine zahlreiche Nachkommenschaft hinterlassen hat, daher hier etwas davon überhaupt… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart