Antragen


Antragen

Antragen, verb. irreg. act. S. Tragen. 1) * An sich tragen, von Kleidungsstücken. Asia trug den Leibrock an, 1. Sam. 14, 13. Weil er das Fleisch anträget, muß er Schmerzen haben, Hiob 14, 22. Welche Bedeutung im Hochdeutschen aber völlig veraltet ist, ob sie sich gleich im Oberdeutschen noch erhalten hat. 2) Heran tragen, hinan tragen, und zwar, (1) in eigentlicher Bedeutung, welche nur noch in dem Bergbaue vorkommt, wo antragen, die verfertigte Zimmerung an den gehörigen Ort tragen und zusammen setzen bedeutet. (2) Figürlich. (a) In Vorschlag bringen, mit der Präposition auf. Auf etwas antragen. Gleichwie aber seine Churfürstl. Durchl. schon vorlängst darauf angetragen haben, daß u.s.f. In welcher Bedeutung es vornehmlich in den Kanzelleyen gewöhnlich ist, wo es auch wohl überhaupt so viel als veranstalten bedeutet; z.B. außer dem in Ungarn angetragenen großen Lager. Ihr habt demnach dahin anzutragen, daß diese Sache unverzüglich geschehe. (b) Anbiethen, doch nur von wichtigen Gegenständen, welcher Nebenbegriff in dem Worte tragen liegt. Einem ein Amt, eine Bedienung antragen. Er trug mir sein Haus, seine Freundschaft an. Es ist ihr eine vortheilhafte Heirath angetragen worden. So auch die Antragung.

Anm. Außer diesen Bedeutungen kommt antragen in Oberdeutschland noch für anklagen vor, ingleichen, für genau, sparsam eintheilen. Man muß es antragen, zu Rathe halten. In der Bedeutung des Vorschlagens sagte man ehedem auch, mit einem antragen, wovon bey dem Frisch ein Beyspiel anzutreffen ist.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • antragen — V. (Aufbaustufe) geh.: jmdm. ein Angebot machen, jmdm. etw. vorschlagen Synonyme: anbieten, offerieren (geh.) Beispiel: Er hat mir seine Freundschaft angetragen. Kollokation: jmdm. ein Amt antragen …   Extremes Deutsch

  • antragen — empfehlen; nahebringen; (sich für etwas) aussprechen; anregen; andeuten; vorschlagen; nahelegen * * * ạn||tra|gen 〈V. tr. 260; hat; veraltet; geh.〉 jmdm. etwas antragen anbieten, vorschlagen ● jmdm. das „Du“ antragen; einem Mädchen die Ehe,… …   Universal-Lexikon

  • antragen — ạn·tra·gen (hat) [Vt] jemandem etwas antragen geschr; jemandem einen Dienst oder eine Gunst anbieten <jemandem seine Hilfe antragen> …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • antragen — anbieten, andienen, ein Angebot machen/unterbreiten, vorschlagen; (bildungsspr.): offerieren. * * * antragen:1.⇨vorschlagen–2.dieHand/Ehea.:⇨werben(2,a) antragenvorschlagen,anbieten,einAngebotunterbreiten,raten,anraten,empfehlen,nahelegen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • antragen — Antrag, antragen ↑ tragen …   Das Herkunftswörterbuch

  • antragen — ạn|tra|gen (gehoben); jemandem ein Amt antragen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Arbeitserziehungslager — Essayistisch (es ist bezeichnend, herrscht ein Wirrwarr, es ist noch längst nicht alles erforscht) und übermäßiger Gebrauch uneigentlicher Sprache (vgl. die Verwendung von Anführungstrichen: offenbar gezielt die nicht „korrekte“, aber „schärfere“ …   Deutsch Wikipedia

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