Nestel, die


Nestel, die

Die Nstel, plur. die -n, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches nur noch im Oberdeutschen üblich ist. 1) Das Haarnest, oder die um eine große Nadel gewundenen geflochtenen Haare auf den weiblichen Köpfen, S. Nest 1. 2) Schmale lederne Riemen, oder auch runde Schnüre, etwas damit zuzuschnüren oder an den Kleidungsstücken an- und zuzubinden. Die Schnürnestel, zum Zuschnüren, Schuhnestel, die Schuhe damit zuzubinden, die Hosennestel, die Beinkleider damit zuzubinden. Jemanden die Nestel, oder eine Nestel, ein Nestlein knüpfen, ein ehemahliger Aberglaube, da man durch Knüpfung eines Riemens jemanden zum ehelichen Beyschlafe untüchtig machen zu können glaubte.

Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter schon Nestel, im mittlern Lateine Nastala und Nastula, im Schwed. Nast und Nestla, welches aber auch ein Häkchen an den Kleidungsstücken bedeutet, im Angels. Nostle; gleichfalls von nähen, so fern es ehedem verbinden überhaupt bedeutete, und dem noch im Schwed. vorhandenen nästa, nähen. Im Ital. ist Nastro ein Band, eine Cocarde, und im Oberd. wird ein Faden zum Nähen noch jetzt Netze genannt. S. das vorige, ingleichen Netz.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Nestel — Smf Schuhband erw. reg. (8. Jh.), mhd. nestel f., ahd. nestila, nestel f. nestilo m., as. nestila f. Band Stammwort. Wie afr. nēstla m. eine Weiterbildung (vermutlich Verkleinerung) zu einem * nasta , das nur noch in agutn. nast Nestel und der… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Nestel — (Senkel), dünner lederner Riemen oder Schnur, am Ende mit einer Art Nadel, Stift oder Beschlag zum Einsenken, Durchstecken oder Einschnüren versehen. Daran knüpft sich der Volksglaube vom Nestelknüpfen (Ligatura), der vorgeblichen Kunst, durch… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Nestel — 1. Mit den nesteln1 fahet man an zu spielen. – Gruter, I, 59; Eyering, III, 241; Petri, II, 479; Henisch, 969, 49; Eiselein, 493; Sailer, 171; Winckler, X, 8; Simrock, 7509. 1) Heftel, Band, Senkel. – Die Geschlechtsneigung ist unschuldig im… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Nestel — Werner Max Nestel (* 5. Oktober 1904 in Stuttgart; † 30. März 1974 in Ulm) war ein deutscher Hochfrequenztechniker. Inhaltsverzeichnis 1 Wirken 2 Veröffentlichungen 3 Literatur 4 Einzelnachweis …   Deutsch Wikipedia

  • Nestel — nesteln »knüpfen, schnüren; herumfingern«: Das nur dt. und niederl. Verb (mhd. nesteln, ahd. nestilen, niederl. nestelen) ist eine Ableitung von einem im Dt. nur noch landsch. gebräuchlichen Wort für »Schnur, Binde, Bandschleife«: landsch. Nestel …   Das Herkunftswörterbuch

  • Nestel — Nẹs|tel 〈f. 21; veraltet; noch regional〉 Band, Schnur, Riemen, Senkel zum Zubinden von Kleidern, Schuhen [<ahd. nestila; zu idg. *ned „zusammendrehen, (ver)knüpfen“; verwandt mit Netz, Nessel, nähen] * * * Nẹs|tel, die; , n [mhd. nestel, ahd …   Universal-Lexikon

  • Nestel — Nẹs|tel, die; , n (landschaftlich für Schnur) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Mannheit, die — Die Mannheit, plur. car. eigentlich die Eigenschaft, nach welcher jemand ein Mann ist; doch nur in einigen Bedeutungen dieses Wortes. 1) Einer Mannsperson die Mannheit nehmen, sie der Mannheit berauben, sie castriren, sie entmannen; in welcher… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schnürnestel, die — Die Schnürnèstel, plur. die n, S. Schnürband und Nestel …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Werner Nestel — Werner Max Nestel (* 5. Oktober 1904 in Stuttgart; † 30. März 1974 in Ulm) war ein deutscher Hochfrequenztechniker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Veröffentlichungen 3 Literatur …   Deutsch Wikipedia