Arzenēy, die


Arzenēy, die

Die Árzenēy, plur. die -en, ein körperliches Mittel, die Gesundheit des thierischen, und besonders des menschlichen Körpers zu erhalten oder wieder herzustellen. Eine Arzeney bereiten, eingeben, einnehmen. Eine Arzeney wider das Fieber, wider die Gicht, wider die Schwindsucht. Die Arzeney wirket. Arzeney, für Arzeneywissenschaft, ist nicht mehr gebräuchlich.

Anm. In Winsbecks Gedichte Arzenie, bey dem Hornegk Erczeney, ist wohl von dem alten Verbo arzen, welches nicht allein heilen, sondern auch mit allerley Ingredienzen künsteln, bedeutete, wie Frisch aus einigen Beyspielen beweiset. Eben derselbe behauptet nicht unwahrscheinlich, daß dieses Verbum von dem Latein. Ars herkomme, wovon Artista in den ältern Zeiten einen Arzt bedeutet habe. S. das folgende. Von Arzt hatte man ehedem auch Arztey, und in Niedersachsen Erstedije, in eben dieser Bedeutung. Bey den ältesten Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern heißt Arzeney Laececraft, der Arzt Lacha, und heilen lokon und lochon, von welchen alten Wörtern, die in allen mit dem Deutschen verwandten Mundarten angetroffen werden, Ihre in Glossar. v. Läka nachgesehen werden kann.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Kraft, die — Die Kraft, plur. die Kräfte. 1. In engerer und eigentlicherer Bedeutung, der Grund der Bewegung, was eine Bewegung hervor bringen oder hindern kann, und selbige wirklich hervor zu bringen oder zu hindern bemühet ist. 1) Im eigentlichsten… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Roßarzeney, die — Die Róßarzeney, plur. die en. 1) Eine für Rosse, das ist, Pferde, bestimmte Arzeney, ein Körper, welcher eine Arzeney für die Pferde ist. 2) Die Kunst, die Krankheiten der Pferde zu beurtheilen und zu heilen; die Roßarzeneykunde oder… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Hauptarzeney, die — Die Hauptarzeney, plur. die en. 1) Eine Arzeney gegen Krankheiten des Hauptes; Medicamentum cephalicum, im gemeinen Leben eine Kopfarzeney. 2) Die vornehmste, wichtigste Arzeney unter mehrern ihrer Art …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Steinbeere, die — Die Steinbêêre, plur. die n. 1. In einigen Gegenden ein Nahme der Preißelsbeeren, entweder weil sie gern in steinigen und felsigen Gegenden wachsen, oder auch, weil sie wegen ihrer Säure eine gute Arzeney wider den Blasen und Nierenstein sind. 2 …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Sache, die — Die Sáche, plur. die n, Diminutivum, welches doch nur in einigen Fällen üblich ist, Sächlein, in der vertraulichen Sprechart Sächelchen; ein sehr altes Wort von weitem Umfange, dessen vornehmste Bedeutungen folgende sind. 1) Ein Zank, lauter… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Gabe, die — Die Gabe, plur. die n, von dem Verbo geben. 1. Überhaupt alles, was gegeben wird; in welcher weitesten Bedeutung es nur noch in einigen Fällen üblich ist. So bedeutet Gabe in dem Salzwerke zu Halle die Anzahl Zober Sohle, welche jede Woche in… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Augenwurzel, die — Die Augenwurzel, plur. die n. 1) Die Wurzel des so genannten Löwenzahns; Leontodon Taraxacum, L. welche eine kräftige Arzeney wider die Flecken der Augen seyn soll; S. auch Fellriß. 2) Die Wurzel des wilden Baldrians; Valeriana officin. L.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart