Preisen


Preisen

Preisen, verb. reg. et irreg. act. welches im letztern Falle, ich preise, du preisest; Imperf. ich pries; Mittelw. gepriesen, Imperat. preise, hat. Es bedeutete ehedem mit lauter Stimme reden, sprechen, wie aus der Anmerkung zu 3 Preis erhellet, wird aber jetzt nur noch in der ersten Bedeutung dieses Hauptwortes gebraucht, jemandes erhabene Vorzüge bekannt machen; da es denn, so wie das Hauptwort Preis, mehr sagt, als die ähnlichen loben und rühmen, und besonders mehr Feyerlichkeit, mehr Schmuck in den Worten voraus setzt, daher es auch in der höhern und feyerlichen Schreibart am üblichsten ist. Gott loben und preisen. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen? Ps. 106, 2. Jemanden glücklich preisen, mit vielen feyerlichen Worten für glücklich erklären. Ein gepriesener, hoch gepriesener Mann, dessen Vorzüge von jedermann erkannt und bekannt gemacht werden. Ein jeder Krämer preiset seine Waare. Siehe auch Anpreisen, wo es in weiterer Bedeutung für loben, doch mit Einschluß des Wortgepränges, gebraucht wird. Daher das Preisen.

Anm. Bey den Schwäbischen Dichtern prisen, bey dem Stryker schon preisen. Ehedem war es auch für schätzen üblich, von der zweyten engern Bedeutung des Hauptwortes Preis, von welcher Bedeutung auch das Franz. mépriser, mißpreisen, verachten, herrühret. So fern Preis auch Zier, Schmuck bedeutete, ist preisen noch jetzt im Oberdeutschen zieren, schmücken. S. 3 Preis Anm. Bey vielen Schriftstellern kommt dieses Wort in der regulären Form vor, ich preisete, gepreiset. So gebrauchen es Luther in der Deutschen Bibel, Opitz, Gryphius und selbst viele Hochdeutsche Schriftsteller. Auf daß sie von den Leuten gepreiset werden, Matth. 6, 2. Daß Christus hoch gepreiset werde, Phil. 1, 6. Indessen ist doch im Hochdeutschen die irreguläre Form einmahl die gebräuchlichste, welche durch einzelne Beyspiele des Gegentheiles nicht aufgehoben werden kann, und einen gepriesenen Mann wird wohl nicht leicht jemand einen gepreiseten nennen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • preisen — Vst. std. (13. Jh.), mhd. prisen, mndd. prisen, mndl. prisen Entlehnung. Zunächst Vsw., dann (schon seit dem 13. Jh.) starke Formen. Wie Preis aus frz. prix ist preisen aus afrz. preisier schätzen, hochschätzen , auch rühmen , entlehnt.    Ebenso …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Preisen — steht für Laudatio, gesellschaftliches Ehrungszeremoniell Doxologie, liturgischer Begriff Lobpreis und Anbetung, gottesdienstlicher Begriff Siehe auch: Preis Preisung …   Deutsch Wikipedia

  • preisen — V. (Aufbaustufe) geh.: die Vorteile einer Sache oder Person loben Synonyme: belobigen, loben, Lob spenden, rühmen, würdigen, des Lobes voll sein (geh.), hochpreisen (geh.), lobpreisen (geh.) Beispiele: Er pries sie als vorzügliche Köchin. Die… …   Extremes Deutsch

  • preisen — rühmen; gutheißen; schätzen; würdigen; eine hohe Meinung haben; loben; lobpreisen * * * prei|sen [ prai̮zn̩], pries, gepriesen <tr.; hat (geh.): die Vorzüge einer Person oder Sache begeistert hervorheben, rühmen, loben: er pries die… …   Universal-Lexikon

  • preisen — prei·sen; pries, hat gepriesen; [Vt] 1 jemanden / etwas preisen geschr ≈ loben: Der Kritiker pries die Inszenierung in den höchsten Tönen; [Vr] 2 sich glücklich preisen (können) geschr; glücklich über etwas sein (können) …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • preisen — belobigen, ein Loblied anstimmen/singen, feiern, glorifizieren, [in den höchsten Tönen/überschwänglich] loben, sich in Lobreden/Lobesworten ergehen, Lob spenden/zollen, mit Lob überhäufen, rühmen, verherrlichen, würdigen; (geh.): des Lobes voll… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • preisen — Preis: Das seit dem Ende des 12. Jh.s bezeugte Wort (mhd. prīs »Ruhm, Herrlichkeit; Lob, Anerkennung, Belohnung, Kampfpreis; Wert«), das seit dem 16. Jh. – wohl unter niederl. Einfluss – auch im Sinne von »Geldwert, Kaufwert« verwendet wird, ist… …   Das Herkunftswörterbuch

  • preisen — priese …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • preisen — prei|sen ; du preist, er preist; du priesest, sie pries; gepriesen; preis[e]! …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Preisen — 1. De prêsen worden will, môt starven; de veracht t worden will, môt frên. – Bueren, 185. 2. Hadd ik mi sülfst nich prêsen, denn wêr ick ungeprêsen to t Land ût kamen, sä de Fälinger. (S. ⇨ Lust 65.) – Bueren, 575; Kern, 31; Hauskalender, III …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon