Rappuse, die


Rappuse, die

Die Rappūse, plur. car. ein nur noch in den gemeinen Sprecharten übliches Wort für Ranb, d.i. die gewaltsame und eilfertige Bemächtigung fremdem Gutes, in welcher Bedeutung es noch einige Mahl in der Deutschen Bibel vorkommt. Ich will zuvor euer Gut und Schätze in die Rappuse geben, Jer. 15, 13. Ich will deine Höhen – sammt deiner Habe – in die Rappuse geben, Kap. 7, 3. Führe einen großen Haufen über die herauf und gibt sie in die Rappuse und Raub, Ezech. 23, 46. In welchen Stellen es für Preis geben, zum Raube geben stehet. Noch jetzt sagt man, in die Rappuse kommen, oder gerathen, in eine gewaltsame ungestüme Verwirrung, wo ein jeder nach einer Sache greifet oder raffet; etwas in die Rappuse geben, es Preis geben, so daß jeder darnach rappsen kann. Im Schwed. Rabbus. Es stammet durch Verlängerung von dem Nieders. Rappse, Rebbes, Ribbes, her, welches wieder von rappsen, rappen, herkommt, und Raub, Rapina, Raptus, bedeutet. Schon im mittlern Lat. kommt Rapus und Rappus für Raptus vor. Im Franz. ist Grabuge und im Ital. Grabuglio Streit, Uneinigkeit, vielleicht zunächst ein solcher, der über dem Rappsen nach einer Sache entstehet. Das Nieders. Rebbes, Ribbes, bedeutet über dieß auch einen unerlaubten Profit, welchen jemand in der Geschwindigkeit macht. S. übrigens Rapp, Rappen und Raub.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Rappuse — (Rabbuse), Plünderung, Raub; auch soviel wie das französierte Rabouge (s. d.); in die R. geben, soviel wie preisgeben, verloren geben. Daher rabuschen, rapsend ergreifen, stehlen, plündern …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rapus(ch)e — In die Rapus(ch)e kommen: in der Unordnung verlorengehen. Spätmittelhochdeutsch ›rabusch‹ = Kerbholz, entlehnt aus gleichbedeutendem tschechisch ›rabuse‹, ist seit dem 15. Jahrhundert bezeugt und lebt in südostdeutschen Mundarten fort. Bisher… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Raub, der — Der Raub, des es, plur. car. 1. Eigentlich und zunächst, eine schnelle Geschwindigkeit; eine Bedeutung, welche nur noch in der im gemeinen Leben auf den Raub üblichen R.A. gangbar ist, d.i. in aller Eil, in aller Geschwindigkeit. Etwas nur auf… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Rabouge — (franz., spr. būsch , auch Rappuse), Kartenspiel zwischen beliebig vielen Personen und unter Benutzung einer beliebigen Anzahl französischer Kartenspiele, die vollständig verteilt werden. Umgekehrt wie bei andern Spielen, wo die Zahl der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rappen — Rappen, verb. reg. act. welches eigentlich das Zeitwort raffen nach Niederdeutscher Mundart ist, aber auch zuweilen im gemeinen Leben der Hochdeutschen vorkommt. In Meißen wird der in der Ernte gehauene Weitzen gerappet, gebunden, und gemaudelt,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Rapuse — *1. Dat ging so in de Rabûs. (Holst.) – Schütze, III, 289; hochdeutsch bei Klein, II, 81. D.i. verloren. *2. Etwas in die Rapuse (d.i. preis )geben. – Eiselein, 519. Von rapere. *3. He lett dat in de Rabbuse gahn. – Dähnert, 370b. Er macht es mit …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Rappe (1), der — 1. Der Rappe, des n, plur. die n, eine Art Raubfische, welche sich in süßen Wassern aufhält, oft über eine Elle lang wird, stark und fleischig ist, breite, dichte und durchsichtige Schuppen und lange Zähne hat. Er ist auf dem Rücken dunkelblau,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart