Schanzen


Schanzen

Schanzen, verb. reg. act. welches vermöge der Endsylbe -zen ein Intensivum von einem veralteten Zeitworte schanden oder schanen ist, welches eigentlich gewisse heftige Bewegungen machen bedeutet hat, S. Schande zu Anfange. Unser schanzen scheinet diese Bedeutung gleichfalls gehabt zu haben, ob es gleich nur noch von gewissen Arten heftiger Bewegungen gebraucht wird. 1) Mühsame Arbeit verrichten, wo es noch hin und wieder im gemeinen Leben von jeder beschwerlichen und mühsamen, besonders körperlichen, Arbeit gebraucht wird. Im Bergbaue ist anschanzen Anstalt machen, daß die Arbeiter an ihre Arbeit kommen, welches auch anschaffen genannt wird. In engerer Bedeutung war es ehedem graben, wo es aber auch nur von dem zur Befestigung eines Ortes nöthigen Graben üblich ist. Schanzen müssen. Die Bauern zum Schanzen zusammen treiben, zur Arbeit und besonders zum Graben der Vertheidigungswerke eines Lagers, eines Ortes u.s.f. Sich verschanzen, gegrabene Werke um sich her aufwerfen. Sich einschanzen, zur Sicherheit eingraben. Umschanzen, mit rings umher aufgeworfenen Werken vertheidigen. Der Arglist vorschanzen, Günth. vorbauen. 2) * Werfen, wo es ehedem von dem Werfen im Würfelspiele sehr üblich war, aber auch für Spielen überhaupt gebraucht wurde. Daher war erschanzen ehedem, im Spiele gewinnen, einem etwas abschanzen, es ihm im Spiele abgewinnen. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung veraltet, indessen scheinet die R.A. jemanden etwas zuschanzen, noch ein Überbleibsel davon zu seyn, wenn nicht die allgemeinere Bedeutung der Bemühung in derselben zum Grunde liegt. S. Zuschanzen, welches im Schwed. so wohl tilskansa als tilskynda lautet. Daher das Schanzen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Schanzen — Schanzen, 1) Schanzen errichten, bes. die zu den schanzen nöthige Erde herbeischaffen od. aufwerfen; 2) mühsame Arbeit verrichten, sehr eifrig arbeiten …   Pierer's Universal-Lexikon

  • schanzen — schanzen:⇨arbeiten(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • schanzen — Glücksspiel treiben * * * schạn|zen 〈V. intr.; hat〉 1. 〈Mil.〉 eine Schanze anlegen, errichten, Befestigungen bauen, Gräben ausheben 2. 〈allg.〉 graben, schwer arbeiten, Erdarbeiten verrichten ● Soldaten zum Schanzen einsetzen; →a. zuschanzen [→… …   Universal-Lexikon

  • schanzen — 2Schanze: Die Verteidigungsanlage ist nach den Reisigbündeln benannt, mit denen sie ursprünglich befestigt war. Spätmhd. schanze »Reisigbündel; Schutzbefestigung« (15. Jh.) ist in der ersten Bedeutung noch mdal. erhalten. Die Herkunft des Wortes… …   Das Herkunftswörterbuch

  • schanzen — schanzenv 1.intr=angestrengtlernen,arbeiten.HergenommenvomAufrichteneinermilitärischenSchutzbefestigung(Wall;Wehrbau).1820. 2.trintr=essen.ManfülltinsichhineinwieineinenSchanzkorb.1750ff,rotwundsoldbisheute …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • schanzen — schạn|zen (früher für an einer 2Schanze arbeiten); du schanzt …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schanzen am Papengrund — Blick auf die Vier Schanzen …   Deutsch Wikipedia

  • Schanzen Einsiedeln — Andreas Küttel Schanze AKAD Schanze (bis 2009) Akad schanze.jpgVorlage:Infobox Sprungschanze/Wartung/Ganzer Bildlink …   Deutsch Wikipedia

  • Schanzen im Westerholz — Die beiden Schanzen im Westerholz (Auf der Burg) liegen etwa zwei Kilometer südlich der Burgruine Haltenberg auf dem Lechrain im Landkreis Landsberg am Lech (Oberbayern). Der Burgplatz wurde bereits in der Bronzezeit benutzt und im Früh und… …   Deutsch Wikipedia

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