Schnakisch

Schnakisch

Schnakisch, -er, -te, adj. et adv. gleichfalls nur in der vertraulichen Sprechart, besonders der Ober- und Niedersachsen, was Lachen erreget, spaßhaft, lustig. Ein schnakisches Kind. Ein schnakischer Mensch. Schnakisch aussehen. Das ist doch schnakisch genug, Weiße.

Anm. Im Niedersächsischen, wo dieses Wort am gangbarsten ist, snaaksk. Frisch leitet es schnakisch genug von Schnake, Mücke, ab, weil diese wunderlich durch einander fliegen, Richey eben so seltsam von Schnake, Schlange, wobey ihm der mit Schlangen geschmückte Medusen-Kopf einfällt, weil dieser das älteste Urbild einer wunderlichen Figur seyn soll. Das Bremisch-Nieders. Wörterbuch und Stosch lassen es von dem Nieders. schnacken, (mit einem kurzen a, also nicht schnaken, wie Frisch schreibt,) abstammen, welches albernes, ungereimtes Zeug reden, bedeutet. Allein da schnakisch, weder wunderlich noch albern bedeutet, sondern lächerlich, so fallen alle diese Ableitungen weg. Da die meisten gleichbedeutenden Wörter dieser Art, eigentlich lustige lächerliche Bewegungen bedeuten, welches auch von dem gleichbedeutenden aber mehr Oberdeutschen Schwank gilt, so scheinet das Nieders. snigger, schlank, ingleichen munter, hurtig, lebhaft, das wahre Stammwort zu seyn, dessen Stamm wieder das Schwed. sno, eilen, schnell seyn, ist. Schnake bedeutet also eigentlich eben das, was Schwank andeutet; dessen Beywort schnakisch unterscheidet sich von dem gleichbedeutenden neckisch nur durch den Zischlaut. Wenn das Lat. Nugae ursprünglich den verächtlichen Begriff nicht gehabt hat, den es nachmahls bekommen, so gehöret es auch hierher; sonst müßte man es zu dem schon gedachten schnacken rechnen. In der niedrigern Sprechart ist für schnakisch auch schnurrig üblich, S. dasselbe.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • schnakisch — ∙schna|kisch <Adj.> [zu 2↑Schnake]: närrisch, albern: die Bauern hätten nur so gescheit sein sollen, dass sie dir em, lächelndem, trippelndem, Hände reibendem Dinge ins ... Herz hineingesehen hätten (Jean Paul, Wutz 28); Er hat sich… …   Universal-Lexikon

  • Drollig — Drollig, er, ste, adj. et adv. einen merklichen Grad Lachen erregend, possierlich. Das ist drollig. Ein drolliger Mensch. Ein drolliger Spaß. Ein drolliger Einfall. Das Drollige ist ungefähr die Grenze, wo sich das edle Komische von dem niedern… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Neckisch — Nêckisch, er, te, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben für spaßhaft, possierlich üblich ist. Ein neckischer Mensch. Ein neckischer Streich. Das ist doch neckisch. Ein Bube, den nichts fröhlich machte, Als was er für recht neckisch hielt,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Possierlich — Possierlich, er, ste, adj. et adv. durch das Ungereimte in einem merklichen Grade belustigend, besonders durch ungereimte Geberden, Stellungen und Ausdrücke, wo zugleich ein Theil des gehässigen Nebenbegriffes des Wortes wegfällt, daher es bey… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schnurrig — Schnurrig, er, ste, adj. et adv. possierlich, lächerlich, schnakisch, drollig; doch nur in der vertraulichen Sprechart, besonders Nieder Deutschlandes. Das ist schnurrig. Ein schnurriger Einfall. Ein schnurriger Mensch. Die drolligste Laune, der… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Ocke (Name) — Bold is Ocke bofen, bold is Blocke bofen. – Eichwald, 1453; Bueren, 81; Hauskalender, III. Zur Erklärung wird folgender Schwank erzählt. Die Felings (s. ⇨ Lust 65) wollten einmal Breter schneiden. Den Holzblock hatten sie aber diesseit, die… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”