Schulfuchs, der


Schulfuchs, der

Der Schulfuchs, des -es, plur. die -füchse. 1) Ein Schüler auf niedern Schulen, in verächtlichem Verstande, besonders auf den Universitäten, wo die von Schulen ankommenden im ersten halben Jahre von den ältern Studenten aus Verachtung mit diesem Nahmen beleget werden. S. Fuchs. 2) In weiterer Bedeutung, ein pedantischer Gelehrter, ein Gelehrter ohne Sitten und Weltkenntniß, ein Pedant; gleichfalls im verächtlichen Verstande.


Ein Schulfuchs hofft mit dürren Gründen

Den Beyfall aller Welt zu finden;

Allein er wird geprellt,

Haged.


Anm. Richey und andere leiten die erste Hälfte dieses Wortes nicht von Schule, sondern von dem Nieders. schulen, sich zaghaft verbergen, her; eine sehr unwahrscheinliche Ableitung, weil Schulfuchs alsdann ein allgemeines Scheltwort seyn würde, welches es doch nicht ist, sondern das allgemeinere Fuchs enger auf die Schulen und neuen Ankömmlinge von den Schulen einschränket.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schulfuchs — *1. Aus einem Schulfuchs gleich einen geheimen Rath machen wollen. Frz.: Faire d une Buse un épervier. (Kritzinger, 98b.) *2. Den Schulfuchs spielen. »Der Schulfuchs hofft mit dürren Gründen den Beifall alter Welt zu finden, allein er wird… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schulfuchs — Schulfuchs, 1) scherzhafte Benennung der Gymnasiasten von Studirenden, weil sie so in der Schule lebten u. unter dem Schulzwange seufzten, wie die Füchse in den Höhlen; vgl. Brismann; 2) einseitiger, dem Leben entfremdeter Pedant …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schulfuchs — Den Schulfuchs spielen, auch: Wie ein Schulfuchs aussehen: ein Stubengelehrter sein, sich steif und pedantisch verhalten, eine wertlose, weltfremde Gelehrsamkeit verteidigen. Hagedorn charakterisiert den Schulfuchs in seinen Versen (Werke 3,… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Schulfuchs — Schul|fuchs, der (ugs. veraltend abwertend): jmd. (bes. ein Lehrer, Gelehrter), der kleinlich ist, Kleinigkeiten übertrieben wichtig nimmt: aber sie hatte wieder diesen langweiligen Sklodowski geheiratet, diesen pedantischen S. (Fussenegger, Zeit …   Universal-Lexikon

  • Fuchs, der — Der Fuchs, (sprich Fuks,) des es, plur. die Füchse, Dimin. das Füchschen, Oberd. Füchslein. 1. Eigentlich, ein vierfüßiges haariges Raubthier mit fünf Zähen, welches eine bellende Stimme wie ein Hund hat, demselben auch am meisten gleichet, sich… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Eselsbrücke — Einem eine Eselsbrücke bauen: einem mit erheblichen Hilfsmitteln eine Aufgabe erleichtern. In Österreich versteht man aber unter Eselsbrücke den Lehrsatz des Pythagoras, in gleicher Bedeutung gebraucht der Schwabe Justinus Kerner das Wort: »Mein… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Pedant — (v. ital. Pedante, Schulmeister), Einer, welcher allzugeflissentlich sich an eine Regel hält, die, nur in einem bestimmten Kreise u. unter gewissen Bedingungen anwendbar, er gleichwohl im geselligen Leben auch dann befolgt, wo andere u. höhere… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • prellen — Jemanden prellen (wollen): ihn übervorteilen, betrügen, seine Einfalt mißbrauchen (wollen), ihn zu täuschen suchen. Durch die Bedeutungsentwicklung des Verbs, das als Kausativum zu ›prallen‹ gebildet worden ist und ursprünglich nur ›jemanden… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Dürre — Dürre, r, ste, adj. et adv. aller nöthigen Feuchtigkeit im Innern beraubt, besonders so fern selbiges durch die Wärme geschiehet. 1. Eigentlich, 1) in leidender Bedeutung allein. Dürre, d.i. gedörrete, Feigen, Äpfel, Pflaumen, Blumen, Kräuter u.s …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Zebedäus — ist einerseits ein seltener männlicher Vorname, andererseits eine Umschreibung für ›Penis‹, die aus der Studentensprache kommt. Das Wörterbuch ›Basler Studentensprache‹ von 1910 kennzeichnet den Ausdruck schon als veraltet, weist aber eine… …   Das Wörterbuch der Idiome