Speise (2), die

Speise (2), die

2. Die Speise, plur. die -n. 1. Alles dasjenige, was ein lebendiges Geschöpf an festen Körpern zur Erhaltung des natürlichen Lebens zu sich nimmt, wo der Plural nur von mehrern Arten üblich ist; die Nahrung, Nahrungsmittel. Speise und Trank. Das Brot ist die gesündeste Speise. Erbsen sind eine blähende Speise. Speise zu sich nehmen. Was zur Speise dienet. Da dieses Wort eine sehr allgemeine Bedeutung hat, so wird es auch nicht gern mehr von besondern Arten der Lebensmittel außer in diesem allgemeinsten Verstande gebraucht. Wenn es daher 1 Mos. 41, 35, 36, 47 heißt, daß Joseph die Speise, d.i. das Getreide, der guten Jahre gesammelt und aufgeschüttet habe, so ist solches wider den heutigen Sprachgebrauch. So auch von den Thieren, das was ihnen zur Nahrung dienet, welches im gemeinen Leben der Fraß, und bey zahmen Viehe das Futter heißt. Dein Leichnam wird eine Speise seyn allen Vögeln des Himmels, 5 Mos. 28, 26. Ein Adler fleucht zur Speise, Hiob 9, 26. Die Ameise sammelt ihre Speise im Sommer, Sprichw. 6, 8. Figürlich wird auch die Nahrung des Feuers 3 Mos. 3, 11, 16, Es. 9, 19 dessen Speise genannt, in welcher Bedeutung es doch außer der höhern Schreibart ungewöhnlich ist. 2. Die zubereitete menschliche Nahrung Einer Art; im gemeinen Leben das Essen. Den Tisch mit den ausgesuchtesten Speisen besetzen. Die Speisen auftragen, abtragen. Fleischspeisen, Fastenspeisen, warme Speisen, kalte Speisen, Mehlspeisen u.s.f. Da es denn auch oft für Gericht gebraucht wird, die in einem Gefäße beysammen befindliche zubereitete Nahrung Einer Art. Drey Speisen auf Ein Mahl auftragen. Wir haben alle Tage sechs Speisen. Da in dieser engern Bedeutung nur die nach den Regeln der Kochkunst zubereiteten Nahrungsmittel den Nahmen der Speisen führen, so werden in diesem engern Verstande auch Brot, Confect, Obst, Backwerk werk u.s.f. nicht mit zu den Speisen gerechnet, zumahl da die letztern gemeiniglich nicht sowohl zur Nahrung, als zur Kützelung des Gaumens bestimmt sind. 3. Nach einer andern Einschränkung wird in einigen Niederdeutschen Gegenden, z.B. im Osnabrückischen, das Geschlinge, d.i. das Eingeweide des geschlachteten Viehes mit Kopf und Füßen, Speise genannt, Kälberspeise, Ochsenspeise.

Anm. Schon bey dem Ottfried Spiso, im Schwabensp. Spis, im Schwed. Spis. Im Böhmischen ist Pice, ohne Zischlaut, Futter. S. Speisen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

См. также в других словарях:

  • Speise (1), die — 1. Die Speise, plur. doch nur von mehrern Arten, die n, ein Wort, welches in vielen Fällen des gemeinen Lebens gebraucht wird, und in den meisten dieser Fälle den herrschenden Begriff der Vermischung zu haben scheinet. 1. Im Bergbaue ist es ein… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Speise — 1. Alle Speise schmeckt einem Hungrigen wohl. Bei Tunnicius (340): Alle spysen smaken dem hungergen. (Omnia ieiunae sunt quam dulcissima fauci.) 2. As de Spyse minnert, so mehret de Hungere. – Körte, 5626. 3. Aufgewärmte Speise, Aerzte, die nicht …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Speise-Morchel — (Morchella esculenta agg.) Systematik Reich: Pilze (Fungi) Klasse …   Deutsch Wikipedia

  • Speise — (v. ahd. spisa; aus lat. spensa ‚Vorrat, Nahrung‘) steht für Gericht (Speise), die zubereitete Nahrung als einzelnes Essen, siehe Feste Nahrung im Unterschied zur flüssigen (Speis und Trank) Süßspeise, Küchensprache Mehlspeise, österreichische… …   Deutsch Wikipedia

  • Speise [1] — Speise, Schmelzen aus Metallen mit Arsen und Antimon, die als Zwischenprodukte bei Hüttenprozessen entstehen und die bei einem körnigen oder blättrigen Gefüge oft metallähnlichen Glanz besitzen. Man unterscheidet Blei , Kupfer , Kobalt und… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Speise-/-speise Speisekarte — Speise / speise die Speisekarte, n Bitte, die Speisekarte …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • Speise — Speise: Das Substantiv mhd. spīse »feste Nahrung, Kost, Lebensmittel; Lebensunterhalt«, ahd. spīsa (entsprechend niederl. spijs) wurde im klösterlichen Bereich aus mlat. spe‹n›sa »Ausgaben, Aufwand; Nahrung« entlehnt, das seinerseits lat. expensa …   Das Herkunftswörterbuch

  • Speise — die Speise, n (Grundstufe) Essen, das auf eine bestimmte Weise zubereitet wird Synonym: Gericht Beispiele: Die Tische bogen sich unter der Last der Speisen. Mindestens einmal pro Tag esse ich eine warme Speise …   Extremes Deutsch

  • Speise — Speise, ein auf Hüttenwerken bei Schmelzprozessen entstehendes, aus Arsen und Antimonmetallen bestehendes Produkt von metallisch weißer, auch graugelber bis messinggelber Farbe und größerer Dichtigkeit als diejenige der Leche (s. Lech), unter… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Die Grenzen des Wachstums — (engl. Originaltitel: The Limits to Growth) ist eine 1972 veröffentlichte Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft. Die Studie wurde im Auftrag des Club of Rome erstellt. Donella und Dennis L. Meadows und deren Mitarbeiter am Jay W. Forresters… …   Deutsch Wikipedia


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