Tollheit, die


Tollheit, die

Die Tollheit, plur. die -en, von dem Beyworte toll. 1. Als ein Abstractum und ohne Plural, der Zustand, da ein Ding toll ist, besonders in der ersten und zweyten engern Bedeutung. (1) Der Zustand der Beraubung des vernünftigen Bewußtseyns aus Zorn, Trunkenheit u.s.f. im gem. Leben. Etwas in der Tollheit thun. Aber nicht, in Tollheit gerathen, welches nur in der folgenden Bedeutung üblich ist. (2) Die Beraubung des Verstandes und Bewußtseyns, mit dem Bestreben zu toben und Schaden zu thun verbunden, wodurch sich die Tollheit von geringern Graden des Wahnsinnes unterscheidet; in einigen Gegenden die Tolle, sonst auch die Wuth, und im Oberd. die Tobsucht, die Tollsucht. Die Tollheit eines Hundes, eines Pferdes, eines Menschen. In Tollheit gerathen. 2. Von toll, seltsam, ungereimt, werden im hohen Grade ungereimte, seltsame Handlungen in der vertraulichen Sprechart zuweilen Tollheiten genannt.

Anm. Schon der alte Verfasser des Gedichtes auf den heil. Anno braucht Doleheit, für Wahnsinn, Thorheit.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Tollheit — toll: Das westgerm. Adjektiv mhd. tol, dol, ahd. tol »dumm, töricht«, niederl. dol »toll, ausgelassen«, engl. dull »stumpf, unempfindlich; schwerfällig« gehört im Sinne von »getrübt, umnebelt, verwirrt« zu der unter ↑ Dunst behandelten Wortgruppe …   Das Herkunftswörterbuch

  • Tollheit — Irrsinn; Wahnsinn * * * Tọll|heit 〈f. 20〉 I 〈unz.〉 das Tollsein, Verrücktheit II 〈zählb.〉 tolle, verrückte Tat * * * Tọll|heit, die; , en [mhd. tolheit]: a) <o. Pl.> das Tollsein; Verrücktheit, Unsinnigkeit; …   Universal-Lexikon

  • Tollheit — Tọll·heit die; , en; eine Handlung, die sehr gefährlich, (fast) verrückt ist …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Wuth, die — Die Wuth, plur. car. eine mit heftigen Bewegungen verbundene Abwesenheit des Bewußtseyns, sie rühre nun von einer völligen Beraubung desselben her, da es denn mit Tollheit gleich bedeutend ist. Die stille Wuth, eine Art von Tollheit der Hunde, im …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Thorheit, die — Die Thorheit, plur. die en, von 2 Thor. 1. Der Zustand, da jemand ein Thor ist, ohne Plural. In der ersten Bedeutung des Wahnsinnes, der Tollheit, ist es im Hochdeutschen gleichfalls veraltet, indem es nur in der zweyten Bedeutung gebraucht wird …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Mannsucht, die — Die Mannsucht, plur. car. die Sucht, d.i. anhaltende, heftige und ungeordnete Begierde einer Person weiblichen Geschlechtes nach einer Person männlichen Geschlechtes, welche, wenn sie in eine Art von Tollheit ausartet, die Manntollheit,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Tobsucht, die — Die Tobsucht, plur. car. ein im Hochdeutschen größten Theils veraltetes Wort, Unsinn, Raserey oder Tollheit, d.i. den Verlust des Verstandes und der Empfindung mit Bewußtseyn, zu bezeichnen. Von Toben 2 …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Tolle, die — Die Tolle, plur. car. S. Tollheit …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart