Unpaß

Unpaß

Únpáß, adverb. welches der Gegensatz des veralteten Nebenwortes paß ist, einigen Anstoß an der Gesundheit habend, sich nicht völlig wohl befindend, ohne eben krank zu seyn, als welches mehr saget. Unpaß seyn. Im Hochdeutschen wird dieses Wort in der edlern Schreibart selten mehr gebraucht, öfterer noch das folgende unpäßlich. Wachter und die meisten Sprachforscher nach ihm leiteten dieses Wort von dem veralteten Comparativo baß, besser, her, und wollten es daher wider alle Aussprache unbaß geschrieben wissen. Allein, bey 1 Paß ist bereits gezeiget worden, daß es zu diesem Worte gehöret, so fern dasselbe im Niederdeutschen den gehörigen Zustand der Gesundheit bezeichnet. Als ein Beywort wird es im Hochdeutschen nicht gebraucht, indem dafür das folgende unpäßlich üblich ist. Aichinger und einige andere Sprachlehrer nennen es ein unabänderliches Beywort, welches nur in der ersten und vierten Endung üblich sey; ich weiß nicht, mit welchem Grunde, indem es ein wahres Adverbium ist. Im Schwedischen ist opasslig gleichfalls unpaß: eben daselbst aber ist Impass, eine Beschwerde, ein Hinderniß, welches Ihre von dem Ital. Impaccio herleitet.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Paß (1), der — 1. * Der Páß, des sses, plur. die Pässe, ein gleichfalls nur im gemeinen Leben, besonders Nieder Deutschlandes, übliches Wort. 1) Ein Maß, ein Ziel, ein Gewicht und ein abgemessenes Ding zu bezeichnen; doch nur in einigen Fällen. Daß der Zirkel… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Unpäßlich — Unpäßlich, er, ste, adj. & adv. welches eigentlich ein wenig unpaß bedeuten sollte, aber in der anständigern Sprechart für unpaß überhaupt gebraucht wird, besonders wenn dieses als ein Beywort stehen sollte. Unpäßlich seyn. Ein unpäßliches Kind …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Aufstößig — Aufstößig, adj. et adv. 1) Verdorben, sauer. Der Wein wird aufstößig. Ein aufstößiger Wein. Ingleichen unpaß, krank, doch nur dem Anfange nach, von Kindern und dem zahmen Viehe, wenn letzteres die Lust zum Fressen verlieret. Das Pferd, die… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Mißlich — Mißlich, er, ste, adj. et adv. 1) * Von dem Bey und Nebenworte gleich, und miß, war mißlich ehedem so viel wie ungleich, und in weiterm Verstande, verschieden; in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen veraltet ist. Bey dem Kero missilich.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Paßlich — Páßlich, oder Pßlich, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben einiger Gegenden üblich ist, erträglich, leidlich, mittelmäßig; passierlich, Franz. passable, Ital. passabile. Er befindet sich ganz paßlich oder päßlich. Das ist ganz päßlich.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Recht — Rêcht, ein Nebenwort, welches im Hochdeutschen nicht comparirt wird, und mit dem folgenden Beyworte eigentlich ein und eben dasselbe Wort ausmacht, hier aber, weil beyde mehrere eigene Bedeutungen haben, um der bessern Übersicht willen von… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Zimmer (2), das — 2. Das Zimmer, des es, plur. ut nom. sing. Diminut. das Zimmerchen, Oberd. Zimmerlein. 1. * Die Materie, der Stoff, alles dasjenige, woraus etwas bereitet wird; eine im Deutschen längst veraltete Bedeutung, von welcher sich doch noch manche… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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