Bückling (2), der


Bückling (2), der

2. Der Bückling, des -es, plur. die -e, ein Häring, welcher, nachdem er in Salzwasser gelegen, geräuchert worden; ein Bücking. Im Nieders. Peckling, Bukken, Bukking, Tibukken, im Holländ. Bucking, Bockshaering; gewiß nicht von dem Bocksgeruche, wie Kilian und Frisch wollen, sondern vermuthlich von backen, so fern es dörren, trocknen überhaupt bedeutet. Mit dem voran gesetzten Zischlaute werden diese Häringe in einigen Niedersächsischen Gegenden auch Spickhäringe, im Holl. Spickhaeringe genannt, ein Wort, welches mit Speck, lardum, wohl zunächst nichts als den Klang gemein hat; denn bey den Westgothen bedeutet speka dörren. Häringe, welche in ihrem Salzwasser liegen bleiben, und nicht geräuchert werden, heißen eigentlich Bökelhäringe, allein man legt diesen Nahmen, vermuthlich aus Verwechselung, auch zuweilen den Bücklingen bey.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Bückling (1), der — 1. Der Bückling, des es, plur. die e, in den gemeinen und konischen Sprecharten, die Neigung des Leibes aus Ehrfurcht; die Verbeugung. Kahlmann machte hierauf den ehrerbiethigsten Bückling, Zach. Im Oberdeutschen ist dafür das Wort Bucker üblich …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Bückling — Ein Bückling, auch Bücking oder Pökling, ist ein gesalzener und bei über 60 °C geräucherter, (früher nicht ausgenommener) Hering mit Kopf. Die Haut wird durch den Räuchervorgang goldfarben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er ein beliebtes… …   Deutsch Wikipedia

  • Bückling — »geräucherter Hering«: Das schon in spätmhd. Zeit übernommene mnd. bückinc ist, wie auch mniederl. bucking, eine Ableitung von dem unter ↑ Bock behandelten Wort. Der geräucherte Hering ist nach seinem unangenehmen Bocksgeruch benannt worden. Die… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Bückling [1] — Bückling (Hareng sor, H. fumé), geräucherter, vorher leicht gesalzener Häring. An der Nord u. Ostseeküste werden viel bereitet, dazu aber gewöhnlich die schlechtern nach Bartholomäi gefangenen genommen, roh eingesalzen, d.h. 24 Stunden in eine… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bückling — (Bücking, Böckling, Pöckling), nach leichtem Einsalzen geräucherter, nicht ausgeweideter Hering, benannt nach Willem Beukelsz oder Bökel, einem Fischer in Biervliet (seeländ. Flandern), gest. 1397, der die Methode des Heringseinsalzens… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Bückling — Bücking; geräucherter Hering; Pökling; Räucherhering * * * 1Bück|ling [ bʏklɪŋ], der; s, e (ugs. scherzh.): Verbeugung: einen Bückling machen; er verabschiedete sich mit einem tiefen Bückling. Syn.: ↑ Diener.   2Bück|l …   Universal-Lexikon

  • Bückling (Rauchhering) — 1. Et es genge Böcken1 esu2 mager, et bront3 doch si Fettchen drûs. (Aachen.) – Firmenich, I, 492, 64. 1) Bückling. 2) So. 3) Brät. 2. Sie möchte bald Bücklinge1 ausrufen. 1) Die Schreibung Bückling ist fehlerhaft, richtiger Bücking. Im 15.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Bückling — Verbeugung; (österr. ugs.): Buckerl; (ugs. scherzh.): Beugemann; (fam.): Diener; (früher): Kratzfuß. * * * Bückling,der:1.⇨Verbeugung(1)–2.einenB.machen:⇨verbeugen,sich Bücklingveraltetfür:Verbeugung,Verneigung;Kinderspr.:Diener;scherzh.:Kratzfuß …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Bückling — Bụ̈ck·ling der; s, e; 1 ein geräucherter Hering 2 gespr hum; eine Verbeugung <einen Bückling machen> …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Bückling — Bückling1 Sm Verbeugung (der Männer) erw. stil. (17. Jh.) Stammwort. Fnhd. bücking jmd., der sich höflich verbeugt ; dann einerseits Anpassung an die Ableitungen auf ling, andererseits Übertragung auf die Handlung (wie Diener Dienender; jmd., der …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache