Bannen


Bannen

Bannen, verb. reg. act. welches an den Schicksalen des Substantives Bann gleichfalls Theil genommen hat. Es bedeutet nur noch, 1) zwingen, besonders in den gemeinen abergläubigen Ausdrücken: die Geister bannen, sie durch Beschwörungen zu etwas zwingen. Die Schlangen bannen. 2) Figürlich für vertreiben.


Ich suche dieses Bild aus meiner Brust zu bannen,

Cron.


O Jugend, holde Führerinn,

Bereite hier den Sitz der Fröhlichkeiten,

Und banne Frost und Eigensinn!

Haged.


Anm. die vornehmsten unter den veralteten Bedeutungen dieses Wortes sind: 1) Bändig machen, in dem alten Sprichworte: alte Hunde sind bös zu bannen; welches die Abstammung dieses Zeitwortes von binden bestätiget. 2) Durch obrigkeitlichen Befehl zu etwas verbinden. So heißt es noch in den Rechten an einigen Orten: zu der Mühle ist ein ganzes Dorf gebannet, es ist verpflichtet auf der Mühle mahlen zu lassen. 3) Verordnen, befehlen. 4) Vorladen. 5) Verbiethen; besonders, den Gebrauch einer Sache zur Schonung verbiethen, in welcher Bedeutung es in manchen Gegenden noch zuweilen vorkommt. Die abgetriebenen Gehaue müssen eine Zeit lang geschonet und gebannet werden. 6) Bestrafen. 7) Verweisen. 8) In gewisse Grenzen einschließen. 9) Steuern und Abgaben eintreiben. 10) Bekannt machen. Ehedem wurde es irregulär conjugiret, daher man oft gebannen für gebannet findet. Das Hauptwort Banner kommt nur ein einigen Zusammensetzungen, z.B. Teufelsbanner vor.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • bannen — V. (Aufbaustufe) jmdn. aus einer religiösen Gemeinschaft ausschließen Beispiel: Der Bischof hat den König gebannt. bannen V. (Oberstufe) geh.: einen sehr großen Eindruck auf jmdn. machen, jmdn. bezaubern Synonyme: fesseln, festbannen (geh.)… …   Extremes Deutsch

  • Bannen — Bannen, 1) zwingen, z.B. Geister, s. Geisterbeschwörung; 2) an einem Ort zu bleiben nöthigen; 3) (Rechtsw.), durch obrigkeitlichen Befehl zu etwas[299] verbinden; 4) verordnen, vorladen, verbieten, bestrafen etc., s.u. Bann …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bannen — Bannen, einen Bannspruch sprechen, s. Festmachen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • bannen — bannen: Das unter ↑ Bann genannte früher starke Verb erscheint seit dem 15. Jh. in schwacher Beugung, weil es als Ableitung von »Bann« empfunden wurde. Es bedeutete zunächst in rechtlichem Sinne »in den ‹Kirchen›bann tun«, dann »durch Zauberkraft …   Das Herkunftswörterbuch

  • bannen — ban|nen [ banən] <tr.; hat: 1. (Geschichte) aus der [kirchlichen] Gemeinschaft ausschließen: der Papst bannte den Kaiser. Syn.: ↑ ächten, ↑ verstoßen. 2. (geh.) a) [an einer Stelle oder in einem Zustand] durch eine zwingende Gewalt festhalten …   Universal-Lexikon

  • Bannen — Ian Bannen (* 29. Juni 1928 in Airdrie, Lanarkshire, Schottland; † 3. November 1999 in Knockies Straight, Loch Ness, Schottland) war ein schottischer Film und Theaterschauspieler. Inhaltsverzeichnis 1 Kurzbiografie …   Deutsch Wikipedia

  • bannen — 1. (geh.): verfemen; (bildungsspr.): proskribieren; (Geschichte): ächten, in Acht und Bann tun. 2. a) fesseln, festhalten, halten; (geh.): festbannen. b) behexen, beschwören, verhexen. * * * bannen:1.⇨ächten(1)–2 …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • bannen — bạn·nen; bannte, hat gebannt; [Vt] 1 meist jemand ist gebannt jemand ist von etwas völlig fasziniert <die Zuhörer waren, lauschten (wie) gebannt; jemanden / etwas (wie) gebannt anstarren> || NB: meist im Zustandspassiv! 2 eine Gefahr… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • bannen — banne …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • bannen — bạn|nen …   Die deutsche Rechtschreibung