Beere, die


Beere, die

Die Beere, plur. die -n, ein volles fleischiges oder saftiges Samengehäuse der Pflanzen, worin der Same ohne weiteres Gehäuse liegt. Diminutivum das Beerchen, im Oberdeutschen Beerlein. Die besondere Art der Beeren wird durch vorgesetzte Wörter in besondern Fällen näher bestimmt; daher die Heidelbeere, Schwarzbeere, Weinbeere, Blaubeere u.s.f. durch welche Benennungen oft auch die Pflanze oder das Kraut, welches diese Beeren trägt, bezeichnet wird.

Anm. Wenn der Same in der Beere ein neues Samengehäuse hat, so bekommt sie nach dem heutigen Sprachgebrauche andere Nahmen; daher Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen u.s.f. nicht mehr Beeren genannt werden, obgleich auch diese Benennung in manchen Fällen unbestimmt ist. Beere lautet im Oberdeutschen die Beer, plur. die -e, bey dem Notker und Tatian Bere und Pere, im Dithmars. Beir, im Dänischen Bär, im Schwed. Bär, im Isländ. Ber, im Englischen Berry. In andern alten Mundarten lautet dieses Wort Bese, wovon noch das Niedersächsische Besing für Beere üblich ist, und in Bretagne ist Besi eine Birn. Beyde Wörter bedeuteten ehedem eine jede Frucht, und scheinen von bären, tragen, abzustammen, wurden vor diesem auch mehrern Arten von Früchten beygeleget, die man jetzt nicht mehr Beeren nennet. So bedeutete Bere, im Angels. Gerste, und das Hebr. Bar, und Griech. πορος, Getreide. Das Goth. Basja, das Wallisische Pys, das Angels. Pisan, das Griech. πισον und Latein. Pisium, Erbsen, stammen, so wie das Deutsche Birn, gleichfalls aus dieser Quelle her.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Johannis-Beere, die — Die Johánnis Bêêre, plur. die n, die Beere oder Frucht des Johannis Beer Strauches und diese Staude selbst. 1) Die gemeine Johannis Beere, welche am häufigsten nur die Johannis Beere schlechthin genannt wird; Ribes Rubrum L. Johannis Traube, im… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Atlaß-Beere, die — Die Atlaß Bếếre, plur. die n, die Frucht des Sperberbaumes oder Elsebeerbaumes, welche an einigen Orten diesen Nahmen führet, der vermuthlich aus Arlesbeere verderbet worden. S. dieses Wort …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Christ-Beere, die — Die Christ Bêêre, plur. die n, ein Nahme, welchen man auch der glatten Stachelbeere gibt; S. dieses Wort …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Beere — Die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) ist im Gegensatz zur „Erdbeere“ eine echte Beere Eine Beere (v. althochdt.: beri = Beere) ist eine aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangene Schließfrucht, bei der die komplette Fruchtwand (Perikarp)… …   Deutsch Wikipedia

  • Beere — Sf std. (8. Jh., Form 16. Jh.), mhd. ber f./n., ahd. beri n., as. beri n Stammwort. Das Femininum ist offenbar im Frühneuhochdeutschen aus dem Norden eingedrungen, vgl. mndd. bere f., mndl. (dial.) bere f., ae. berige f. Beere (jōn Stamm). Älter… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Beere — Beere: Mhd. bere, auf dem die nhd. Form beruht, ist eigentlich eine mitteld. starke Pluralform zu dem Singular daz̧ ber, die im 16. Jh. nicht mehr als solche verstanden und – wie ↑ Träne – als Singular aufgefasst wurde. Zu dieser Form wurde dann… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Beere — (Bacca), heißt die Art von Pflanzenfrucht, die in ihrer ganzen Substanz fleischig, meist saftigfleischig ist, dabei im Innern mit einer weichen Haut ausgekleidet, welche bei fächerfrüchtigen Beeren die Scheidewände bildet. Die Beeren sind… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Beere — (Bacca), mehr oder minder saftige, bei der Reise nicht aufspringende Frucht, bei der die Samen in einem aus den innern Schichten der Fruchtwand gebildeten saftigen Gewebe eingebettet sind, das von der derbern oft hautartigen äußern Schicht der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Beere — die Beere, n (Mittelstufe) kräftig gefärbte, rundliche, fleischige Frucht mit Samenkernen Beispiele: Die Kinder sammeln Beeren im Wald. Die Beeren sind schon abgefallen …   Extremes Deutsch

  • Beere — 1. Abgeschlagene Beeren geben wenig Oel. Gewaltmittel bringen keinen Segen. 2. De Bêren sünd sûer, säd de Voss, as he nich anrêken künn. – Hoefer, 349; Hagen, 97, 8; 98, 5; Eichwald, 121. 3. De ripsten Beeren sind all schuddet. – Eichwald, 122. 4 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon