Berauben


Berauben

Berauben, verb. reg. act. 1) Eigentlich, und absolute, d.i. ohne die Endung der Sache beyzufügen, eines Eigenthum widerrechtlich und mit öffentlicher Gewalt wegnehmen. Die Reisenden berauben. Ein Haus, die Kirche berauben. 2) In weiterer Bedeutung, einem das Seinige entziehen, es geschehe auf welche Art es wolle. Den Staat, die Cassen berauben. Am häufigsten aber mit der zweyten Endung der Sache. Jemanden seines Vermögens, seiner Ehre, seines Lebens berauben. Man hat ihn aller seiner Kinder beraubt. Durch den Krieg wird das Vaterland seiner besten Bürger beraubt. Ich will dich dieser Sache nicht berauben. 3) In noch weiterer Bedeutung, den Genuß einer Sache hindern. Dieser Umstand beraubet mich alles Trostes, aller Hülfe. Daher, einer Sache beraubt seyn, oft nur überhaupt den Mangel derselben ausdruckt. Seiner Ältern beraubt seyn. Er ist seines Gesichtes schon lange beraubt gewesen. Aller Hoffnung, alles Trostes beraubt seyn. So auch die Beraubung.

Anm. Birouban kommt schon bey dem Übersetzer Isidors vor. Lange vor ihm sagte schon Ulphilas birauban. Im Angelsächs. lautet dieses Wort bereafian. im Engl. bereave, im Holländ. berooven, im Schwed. beröfwa. Dietmar von Ast gebraucht statt dessen das einfache rouban:


Si roubt mih der sinne min.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • berauben — V. (Mittelstufe) jmdm. sein Eigentum gewaltsam wegnehmen Beispiele: Man hat bei ihm eingebrochen und ihn beraubt. Sie wurde des Schmucks beraubt. berauben V. (Oberstufe) geh.: bewirken, dass jmd. oder etw. jmdm. nicht mehr zur Verfügung steht,… …   Extremes Deutsch

  • berauben — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • ausrauben Bsp.: • Die Bank wurde letzte Woche ausgeraubt …   Deutsch Wörterbuch

  • berauben — beklauen (umgangssprachlich); überfallen; ausrauben; bestehlen; abziehen (umgangssprachlich) * * * be|rau|ben [bə rau̮bn̩] <tr.; hat: unter Anwendung oder Androhung von Gewalt bestehlen: die Männer schlugen ihn nieder und beraubten ihn; sie… …   Universal-Lexikon

  • Berauben — Das Herunterreißen loser Gesteinsstücke, schalen oder Kohlebrocken aus der Firste, den Stößen oder der Ortsbrust bezeichnet der Bergmann als Bereißen, Abtreiben oder Berauben. Inhaltsverzeichnis 1 Grundlagen 1.1 Früherkennung 2 Arbeitsweise 3… …   Deutsch Wikipedia

  • berauben — a) ausplündern, ausrauben, ausräubern, bestehlen, stehlen; (geh.): entwenden; (ugs.): klauen; (salopp): beklauen; (ugs. scherzh.): erleichtern; (landsch.): beuteln; (landsch., sonst veraltet): spoliieren; (bes. Gaunerspr.): fleddern; …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • berauben — be·rau·ben; beraubte, hat beraubt; [Vt] 1 jemanden (etwas (Gen)) berauben jemandem etwas mit Gewalt stehlen 2 meist jemanden / ein Tier seiner Freiheit berauben jemanden / ein Tier in Gefangenschaft nehmen || zu 1 Be·rau·bung die; nur Sg …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • berauben — bestelle …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • berauben — be|rau|ben …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Berauben — Beraube den Armen nicht, ob er wol arm ist. – Agricola, II, 244 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Jemanden nicht berauben wollen \(oder: mögen\) —   Mit dieser Höflichkeitsfloskel wird ausgedrückt, dass man jemandem von etwas Angebotenem nicht zu viel wegnehmen möchte: Ich möchte Sie aber nicht berauben! Ich beraube Sie doch nicht? …   Universal-Lexikon