Bescheren (2)


Bescheren (2)

2. Beschêren, verb. reg. act. als ein Geschenk zutheilen, obgleich nur noch in einigen wenigen Fällen. Am häufigsten gebraucht man dieses Wort im gemeinen Leben von Gott, und besonders von der Ertheilung zeitlicher Güter. Sprichw. Was Gott beschert, bleibt unverwehrt, was uns Gott zugedacht hat, das kann uns niemand hindern. Ingleichen von demjenigen, was uns ohne unsere Bemühung zu Theile wird. Es ist ihm ein Schatz bescheret worden. Das ist mir nicht beschert gewesen, nicht bestimmt, nicht zugedacht; ein gemeiner Trostspruch träger oder ungeschickter Leute, wenn sie die Erlangung eines Gutes durch eigene Schuld versäumet haben. Endlich ist dieses Wort auch im gemeinen Leben von den Geschenken üblich, die man andern zum Weihnachtsfeste macht. Einem etwas bescheren, oder bescheren lassen. So auch die Bescherung, so wohl von der Handlung, als auch dem Geschenke selbst, besonders in dem letzten Falle. Im gemeinen Scherze wird dieses Wort auch wohl von einem jeden unangenehmen oder verächtlichen Vorfalle gebraucht. Bey meiner Zurückkunft finde ich die Bescherung, Weiße, von einer gestifteten Heirath.

Anm. Dieses Wort gehöret zu schêren, theilen. Es kommt schon bey dem Notker vor, und in dem alten Siegesliede auf den König Ludwig bey dem Schilter bedeutet giskere geben, so wie das Schwed. beskaera und das Angels. sciran, gleichfalls ertheilen bedeuten. S. Schêren.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • bescheren — bescheren:⇨beschenken bescheren→schenken …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • bescheren — Vsw zu Weihnachten schenken std. (17. Jh.) Stammwort. Aus mhd. beschern mit allgemeinerer Bedeutung zuteilen, zumessen (von Gott und Schicksal). Die besondere Bedeutung des heutigen Wortes erklärt sich aus der Auffassung, daß die… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • bescheren — »zu Weihnachten schenken«: Das nur im Dt. gebräuchliche Wort (mhd. beschern »zuteilen, verhängen«) wurde früher meist von Gott und dem Schicksal gesagt (z. B. mhd. ez̧ ist mir beschert). Der heutige Sinn (seit dem 18. Jh.) ergab sich, weil die… …   Das Herkunftswörterbuch

  • bescheren — V. (Mittelstufe) jmdm. etw. zu Weihnachten schenken Beispiel: In manchen Ländern werden die Kinder am Morgen des ersten Weihnachtstags beschert …   Extremes Deutsch

  • bescheren — widmen; überlassen; zueignen; zuwenden; spendieren; hingeben; überreichen; gewähren; überantworten; übergeben; beschenken; schenken …   Universal-Lexikon

  • Bescheren (1) — 1. Beschêren, verb. reg. act. von scheren, tondere, mit dem Schermesser bearbeiten, glatt machen. Sich den Kopf bescheren lassen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • bescheren — be·sche̲·ren; bescherte, hat beschert; [Vt] 1 jemandem etwas bescheren; jemanden (mit etwas) bescheren jemandem etwas zu Weihnachten schenken: Was hat dir das Christkind beschert? 2 etwas beschert jemandem etwas geschr; etwas bewirkt, dass jemand …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • bescheren — 1be|sche|ren (beschneiden); beschoren; vgl. 1scheren   2be|sche|ren (schenken; zuteilwerden lassen; auch für beschenken); jemandem [etwas] bescheren; die Kinder wurden [reich] beschert …   Die deutsche Rechtschreibung

  • bescheren — beschere, bescherre …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Bescheren — 1. Beschert bleibt wol, man thu, was man will. – Henisch, 302. 2. Beschert Gott den Hasen, so beschert er auch den Wasen (Rasen). – Blum, 17; Sprichwörterschatz, 76. Segnet er die Aeltern mit Kindern, so reicht er auch, was zu ihrer Erhaltung… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon