Bevortheilen


Bevortheilen

Bevortheilen, verb. reg. act. durch unmäßige Beförderung seines Vortheils einem andern zu nahe treten. Jemanden bevortheilen. Er hat mich hierin bevortheilt. Zuweilen hat dieses Wort auch den Nebenbegriff einer dabey gebrauchten List bey sich, und ist alsdann so viel, als einen andern mit List um seinen Vortheil bringen. So auch die Bevortheilung.

Anm. Vortheil bedeutet heut zu Tage im Hochdeutschen Gewinn. Bevortheilen müßte also gerade das Gegentheil von seiner heutigen Bedeutung haben, nehmlich Gewinn, Nutzen bringen. Allein, es ist erweislich, daß Vortheil ehedem auch Betrug bedeutet habe; daher gebraucht noch Logau das Zeitwort vortheilen für betriegen:


Bürger sind Füchse zum schmeicheln und schmiegen

Vortheln, berücken, finanzen und lügen.


S. Vortheil. Vervortheilen, welches in eben dieser Bedeutung auch nicht unbekannt ist, ist dem heutigen Gebrauche des Wortes Vortheil angemessener und bedeutet, einen andern um seinen Vortheil bringen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Désavantage — (fr., spr. Desawangtahsch), Nachtheil, Schaden, Verlust; daher Désavantageux (spr. Desawangtaschös), unvortheilhaft; Desavantagiren, bevortheilen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Grenze [1] — Grenze, 1) das Äußerste von Etwas, über dem hinaus dasselbe aufhört. 2) Die Linie, wo ein Land, District, Flur od. Grundstück aufhört od. ein anderes berührt. Der Ort, auf welchem sich die G. befindet, heißt Grenzscheide (Grenzscheidung). Die G.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Übervortheilen — Übervórtheilen, verb. regul. act. übervortheilt, zu übervortheilen, eigentlich, in Suchung seines Vortheiles jemanden überlegen seyn, seinen Vortheil zum Nachtheil eines andern zu befördern suchen. Vom Satan übervortheilt werden, 2 Cor. 2, 11.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Finanz, die — Die Finánz, plur. die en. 1) * Ränke, List, neue aber schädliche Erfindungen; eine veraltete Bedeutung. Sonder brauchen manche Finanz, Hans Sachs. Besonders 2) * zur Vermehrung seines Vermögens, betrieglicher Wucher; eine im Hochdeutschen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schächten — Schächten, verb. reg act. welches nur bey den Juden für schlachten üblich, und augenscheinlich aus dem Hebräischen שהט schlachten, entlehnet ist. Daher der Schächter, derjenige, der das Vieh schlachtet. Das im gemeinen Leben übliche jemanden… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schnäutzen — Schnäutzen, verb. reg. act. die Nase mit schneller und heftiger Ausstoßung der Luft reinigen. 1. Eigentlich, wo es allem Ansehen nach eine unmittelbare Onomatopöie ist, ohne erst von Schnautze abzustammen. Die Nase schnäutzen. Sich schnäutzen.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schnellen — Schnêllen, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit den Hülfswörtern haben und seyn. 1. Eigentlich, sich mit Schnell oder Federkraft schnell fortbewegen. Ein gespannter elastischer Körper schnellt zurück,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Unterschleif, der — Der Unterschleif, des es, plur. doch nur in der zweyten Bedeutung von mehrern Arten, die e. 1. Die Beherbergung, die Aufnahme unter sein Dach; eine im Hochdeutschen nicht sehr gangbare, im Oberdeutschen aber üblichere Bedeutung, wo das Wort auch… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Vervortheilen — Vervortheilen, verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben einiger Gegenden für das anständigere bevortheilen üblich ist. S. dasselbe. So auch die Vervortheilung …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Vortheilen — * Vórtheilen, verb. regul. neutr. welches mit dem Hülfsworte haben gebraucht wird, aber nur im gemeinen Leben einiger Gegenden üblich ist, auf seinen Vortheil, d.i. Gewinn, Nutzen, bedacht seyn, besonders, so fern solches auf eine unerlaubte Art… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart