Brunft, die


Brunft, die

Die Brunft, plur. car. bey den Jägern, das sinnliche Verlangen nach der Begattung bey dem rothen und schwarzen Wildbrette, besonders bey dem erstern. In der Brunft seyn. Der Hirsch tritt in oder auf die Brunft. Die Brunft vollbringen, sich begatten. Aus der Brunft treten, aufhören sich zu begatten. – Denn wilder Thiere Zunft


Hegt nur zu mancher Zeit der süßen Liebe Brunft,

Logau.


Anm. Einige Jäger gebrauchen dieses Wort von allem großen Wildbrette; andere, die ekeler sind, wollen den Bären, den Sauen, Wölfen, Luchsen u.s.f. keine Brunft zugestehen, sondern gebrauchen dafür die Wörter rollen, ranzen, streichen u.s.f. Doch gebrauchen sie es auch ohne Bedenken von den Bibern. Im gemeinen Leben ist in dieser Bedeutung Brunst üblich; allein in der Jägerey wird dieser Ausdruck mit dem Weidemesser bestrafet. Da dieses Wort auch brumften geschrieben und gesprochen wird, so ist glaublich, daß es von brummen herkommt, und daß damit vornehmlich auf das Geschrey gesehen werde, womit manche Thiere diesen Trieb der Natur an den Tag legen. Bey dem Worte brummen ist bereits bemerket worden, daß bramer im Franz. von dem Schreyen der Hirsche, und das Niedersächsische brummen von dem Verlangen der Säue nach der Begattung gebraucht wird. Brunft ist von brummen, wie Kunft von kommen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Brunft — Brunft,die:⇨Brunstzeit Brunft→Brunstzeit …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Brunft — Brụnft 〈f. 7u; Jägerspr.〉 Brunst, Paarung u. Paarungszeit beim jagdbaren Hochwild [zu ahd. breman; → brummen] * * * Brụnft, die; , Brünfte [mhd. brunft, zu: bremen, ahd. breman = brummen, brüllen (nach dem Schreien der Tiere während dieser… …   Universal-Lexikon

  • Brunft — Sf Paarungszeit des Wildes erw. fach. (13. Jh.), mhd. brunft Stammwort. Formal als ti Abstraktum zu ahd. breman brüllen aufzufassen, also das Brüllen des Rotwilds in der Paarungszeit (nach dem Muster der Bildungen vor der Lautverschiebung, die… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Brunft — Brunft, 1) eigentlich beim Rothwild u. dem Biber, dann bei allem großen Wilde die Begier zur Begattung; 2) (Brunftzeit), die Begattungszeit, s. Hirsch u. Reh; 3) die Begattung selbst; daher: in der B. sein, diese Begierde fühlen; der Hirsch tritt …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Brunft — Von der Brunft oder Brunst spricht man, wenn man die Paarungszeit meint. Das Wort kommt aus der Jägersprache in Bezug auf Schalenwild (ohne Schwarzwild), allgemeiner lässt sich in der Zoologie dieser Begriff auf die Mehrheit der Säugetiere, aber… …   Deutsch Wikipedia

  • Brunft — Brụnft die; , Brünf·te; meist Sg; die Zeit im Herbst, in der Rehe und Hirsche sich paaren || K : Brunftschrei, Brunftzeit || hierzu brụnf·tig Adj …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Brunft — Brụnft, die; , Brünfte (Jägersprache Brunst beim Wild) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Hitze, die — Die Hitze, plur. inus. von dem Bey und Nebenworte heiß, einen sehr hohen Grad der Wärme zu bezeichnen. 1. Derjenige Zustand eines Körpers, worin er heiß macht, d.i. einen hohen Grad der Wärme hervor bringet. Die Hitze des Feuers. Die Schmelzhitze …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Brunst, die — Die Brunst, plur. die Brünste. 1. Der Zustand, da ein Körper von der Flamme verzehret wird, in welcher Bedeutung dieses Wort nur im Oberdeutschen üblich ist, besonders in den Fällen, wo im Hochdeutschen Feuersbrunst gebraucht wird. Thor wihrouh… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Hirschbrunst, die — Die Hirschbrunst, plur. inus. 1) Die Brunst oder Brunft des Hirsches, d.i. dessen Trieb zur Begattung, und die Zeit, zu welcher sich dieser Trieb bey demselben äußert; bey den Jägern die Hirschbrunft. S. Brunst. 2) Eine Art Schwämme, Phallus… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart